Seminar: Schwarzer Markt für rote Bücher: Göttingen als Hotspot der Raubdruckbewegung der 1968er - Details

Seminar: Schwarzer Markt für rote Bücher: Göttingen als Hotspot der Raubdruckbewegung der 1968er - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: Schwarzer Markt für rote Bücher: Göttingen als Hotspot der Raubdruckbewegung der 1968er
Untertitel
Veranstaltungsnummer 452050
Semester WiSe 2025/26
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 10
maximale Teilnehmendenanzahl 30
Heimat-Einrichtung Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Erster Termin Montag, 27.10.2025 16:00 - 18:00, Ort: (KWZ 0.609 (KWZ))
Art/Form
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Prüfungsleistung(en) je Modul / Exam details per module:

* [(B.KAEE.05.1HA) Klassische und vergleichende Forschungsfelder und Fachgeschichte (schriftliche Leistung)][1]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.05.2) Klassische und vergleichende Forschungsfelder und Fachgeschichte][2]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.08.1HA) 1. Sem. Forschungsfelder II (schriftl. Leistung)][3]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.08.1mdl) 1.Sem. Forschungsfelder der KAEE (Referat oder mdl. Arbeit)][4]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.08.2) Forschungsfelder II][5]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.111.1) Vertiefungsmodul 1: Forschungsfelder und Fachgeschichte][6]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.111.2) Vertiefungsmodul 1: Forschungsfelder und Fachgeschichte][7]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.113.1) Fachwissenschaftliche Spezialisierung][8]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(B.KAEE.113.2) Fachwissenschaftliche Spezialisierung I][9]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(M.KAEE.209.Mp) Fachgeschichte und Klassiker der Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie][10]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026
* [(SK.KAEE.401b.Mp) Interdisziplinäre und internationale Forschungsfelder][11]
* Andere Prüfungsform: Di, 31.03.2026

[1]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17646&periodId=278
[2]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17649&periodId=278
[3]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17663&periodId=278
[4]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17665&periodId=278
[5]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17666&periodId=278
[6]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17695&periodId=278
[7]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17696&periodId=278
[8]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17705&periodId=278
[9]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17706&periodId=278
[10]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=17033&periodId=278
[11]: https://ecampus.uni-goettingen.de/h1/pages/startFlow.xhtml?_flowId=detailView-flow&unitId=76119&periodId=278
Sonstiges In diesem Seminar mit sehr vielen praktischen Anteilen beschäftigen wir uns mit einer ‚alternativen‘ Form der Literatur- und Buchproduktion: dem Raub- bzw. Nachdruck, der ohne Wissen oder Erlaubnis der Autor:innen bzw. Verlage erfolgt. Es gibt ihn seit Erfindung des Buchdrucks, v.a. Bestseller-Autor:innen hatten damit zu kämpfen, darunter Luther, Grimmelshausen, Klopstock, Goethe, Wilhelm Busch oder Karl May. Einen neuen Höhepunkt erlebte der Raubdruck mit der studentischen und linken Bewegung um 1968. Im Zentrum stand der Kampf gegen das Urheberrecht, wie es sich exemplarisch im Namen des Raubdruckverlags „Zerschlagt das bürgerliche Copyright“ zeigt. Eigentlicher Auslöser der Raubdruckwelle um 1968 war aber das enorme Defizit an verfügbarer Literatur, das Nationalsozialismus, Exil und Kalter Krieg hinterlassen hatten, das nun von der jungen Generation in ‚revolutionärer Ungeduld‘ und einem Akt der ‚Selbsthilfe‘ behoben wurde. Besonders gefragt waren Texte von Adorno, Horkheimer, Benjamin, Marcuse, Lukács, Freud und Reich, später kamen Foucault & Co. dazu. Aber auch literarische Titel gingen gut, etwa von Heinrich Böll, Bertolt Brecht, Günter Wallraff, Salman Rushdie, Umberto Eco, Isabel Allende und Michael Ende. Umschlagplätze waren linke Buchläden, Büchertische vor der Mensa, Kneipen, WGs. Auch in Göttingen waren die Raubdrucker aktiv, besonders einschlägig sind der damalige Buchladen Polibula und Rote Straße. Außerdem war einer der wichtigsten Raubdrucker, der die Schwarze Reihe von de Munter produzierte, in Goettingen aktiv: Raul Linarez. Aber über all das ist noch viel zu wenig bekannt, was nicht zuletzt an der Kriminalisierung von Raubdrucken liegt. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels setzte im Auftrag der etablierten Verlage Detektive auf die Szene an. Später stieg das BKA in die strafrechtliche Verfolgung ein – wegen des (haltlosen) Verdachts auf Unterstützung der RAF. Man findet daher Raubdrucke heute eher in privaten Bücherregalen oder Privatarchiven als in Bibliotheken, denen der Erwerb verboten war. Seminarziel: Will man diese illegale ‚Schattenproduktion‘ näher untersuchen, muss man daher andere Quellen als gewöhnlich finden. Licht ins Dunkel können Recherchen in Uni- und Stadtarchiv bringen, v.a. aber Interviews, denn noch gibt es Zeitzeug:innen, die man befragen kann: Drucker:innen, Verleger:innen, Buchhändler:innen, Polizist:innen, Kneipenverkäufer:innen, Käufer:innen & Leser:innen. Die Interviews sollen im Sinne einer Oral History aufgezeichnet, transkribiert, ausgewertet und in Teilen veröffentlicht werden.

Kooperation mit der Universität Erlangen: Zeitgleich mit dem Seminar an der Uni Göttingen wird ein Seminar an der FAU Erlangen stattfinden, das sich auf die Spur der Raubdruckszene in Erlangen begeben wird. Geplant ist, dass zu Semesterende beide Seminargruppen zusammen kommen und die Ergebnisse gegenseitig präsentieren. Seminarablauf: Das Seminar beginnt mit einem einführenden Block zur Geschichte des Raubdrucks und der Diskussion juristischer, ethischer, politischer und ökonomischer Aspekte sowie der Vermittlung grundlegender Ansätze und Methoden der Oral History und Archivarbeit. Danach werden die Studierenden selbständig in Kleingruppen tätig. Die Interviews werden aufgenommen und transkribiert. Teile davon können später ggf. veröffentlicht werden.

Räume und Zeiten

(KWZ 0.609 (KWZ))
Montag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (14x)
(KWZ 0.607 (KWZ))
Freitag, 28.11.2025, Freitag, 09.01.2026 14:00 - 18:00

Modulzuordnungen

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "WiSe 25_26".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 15.09.2025, 12:00 bis 30.12.2025, 23:59.
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.